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Andrea
Ypsilanti, eine Frau mit Ideen und Konzepten, eine Persönlichkeit, die
kämpft, die aneckt, nicht resigniert und nach Rückschlägen weitermacht –
alles Eigenschaften, die sie aus Sicht der Heidenheimer IG-Metall-Frauen
prädestiniert haben, einen Preis zu erhalten, dessen Namensgeberin in
ihrer Rolle als Sozialistin, Feministin und Pazifistin nicht weniger
polarisierend ist.
Nach der Heidenheimerin Elvira Muschler, einem gewerkschaftlichen
Urgestein, ist die Politikerin Andrea Ypsilanti nunmehr die zweite
Trägerin dieses Preises. Überreicht wurde er am Dienstagabend im
Marstall auf Schloss Hellenstein, wo sich im festlichen Rahmen über 100
geladene Gäste eingefunden hatten.
Andreas Strobel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heidenheim,
erinnerte an die Umstände und örtlichen Gegebenheiten, als Zetkin ihre
politische Arbeit begann: Auch in Heidenheim, dem damaligen „Manchester
von Württemberg“, waren die Männer erst im Jahre 1897 bereit, auch
Frauen in die Textilarbeitergewerkschaft aufzunehmen, obwohl in den
Betrieben annähernd 700 Frauen an den Maschinen ihren „Mann“ standen.
Die Laudatio hielt die stellvertretenden DGB Landesvorsitzende Marion
von Wartenberg. Eine Frau, die als eine der Mütter des Zetkin-Preises
gilt und in der Preisträgerin eine jener Frauen sieht, die nicht auf
Rollen- und Machtverteilung Rücksicht nehmen, sondern sich von ihren
Überzeugungen leiten lassen, nicht nur Handlungsbedarf sehen, sondern
auch handeln. Ypsilantis Anliegen sei von dem Wunsch nach einer
gerechteren, solidarischen Gemeinschaft geprägt – „als Person streitbar,
ohne verletzend zu sein, liebenswürdig, ohne sich anzubiedern,
verwechselt Stolz nicht mit Eitelkeit, ist beherzt in der Sache“.
In ihrer Dankesrede ermunterte Andrea Ypsilanti ihre
Geschlechtsgenossinnen sich kein dickes Fell zuzulegen, sondern sensibel
zu bleiben. „Da, wo's weh tut, war's auch wichtig“, so die Erfahrung der
Politikerin, die ein wenig Angst hat, dass die Frauen im Moment wieder
etwas ins Hintertreffen geraten. Mit ihrem Appell hatte sie insbesondere
die jungen Frauen im Blick: „Frauenrechte müssen immer wieder erkämpft
werden, sonst gehen sie wieder verloren.“
Die Preisverleihung im Marstall war in ein abwechslungsreiches Programm
eingebettet, dessen Moderation die Redakteurin der HNP, Karin Fuchs,
übernommen hatte. Für die passende Begleitmusik sorgte neben dem
Heidenheimer Gewerkschafts-Duo „Dieter und Dieter“ die Aalener
DGB-Songgruppe „Haste Töne“. |